Ortsgestaltung | Petershof

Besondere Herausforderungen

Restaurierung der denkmalgeschützten Mauer des Petershofs

 

Text: Architekt Dr.-Ing. Albert Distelrath

Fotos: Albert Distelrath

Beitrag: BlickPunkt 27 | 2015

 

 

Im Zeitraum von Juni bis Dezember 2015 wurde die denkmalgeschützte Ziegelsteinmauer entlang der Straßen Am Petershof, Belvederestraße und Lövenicher Weg zum Grundstück der Kindertagesstätte Petershof restauriert.

 

Fertiger Mauerabschnitt an der Belvederestraße

Das Mauerwerk wies umfangreiche Schäden auf. Durch Witterung und Bewuchs waren die Kronen und Pfeilerköpfe stark gelockert und teils sogar abgängig. In manchen Bereichen waren sie mit provisorischen Abdeckungen aus Blech oder Betonplatten versehen. Die Mauerkronen und Pfeilerköpfe wurden gemäß der historischen Profilierung größtenteils neu aufgemauert, wobei die alten Steine wiederverwendet wurden. Reichten diese nicht aus, wurde Abbruchmaterial anderer Baustellen mit ähnlichen Steinen verwendet. Die Verfugung war schadhaft, teils locker, ausgewaschen und wurde komplett erneuert. Dabei mussten über tausend schadhafte Steine ausgetauscht oder ergänzt werden. Der Mörtel zum Mauern und Verfugen orientierte sich am Originalmörtel. Zur Anwendung kam ein Trass-Kalk-Mörtel unter Beimischung von gewaschenem Rheinsand. Die Fugen wurden mit einem speziellen Fugholz gemäß Bestand nachbehandelt. Sämtliche Maßnahmen wurden im Benehmen mit dem Stadtkonservator ausgeführt

 

Mauer vor der Verfugung, davor Schwergewichtswand

Schutz für Naturdenkmäler
In Teilbereichen wiesen die Wände aufgrund des anstehenden Erd- und Wurzeldrucks Verformungen auf. In Bereichen mit großen Unterschieden in der Geländehöhe zwischen Grundstück und Straße (bis zu 2,5 Metern) wurde deshalb zur statischen Sicherung hinter der Wand eine zusätzliche betonierte Wandschale errichtet. Hierfür musste hinter der Ziegelwand das Erdreich in einer Breite von bis zu 50 Zentimetern ausgeschachtet werden. Im Anschluss wurde in Abschnitten von jeweils etwa zehn Metern die betonierte Wandschale als Schwergewichtswand erstellt. Im Bereich des direkt an der Mauer stehenden Ahorns war der Einbau der Schwerlastmauer nicht möglich. Hier wurde sie stattdessen durch gebohrte Erdanker gesichert.
Besondere Herausforderungen bei den Arbeiten waren neben der Absicherung der Baustelle gegenüber den Spielflächen der Kindertagesstätte der Schutz der zum Teil als Naturdenkmäler eingetragenen Bäume. Dazu wurden die Bodenarbeiten und der allgemeine Baustellenbetrieb im Kronentraufbereich der Bäume möglichst schonend in Handarbeit beziehungsweise mit möglichst kleinem Gerät durchgeführt. Die Schutzmaßnahmen wurden mit der unteren Landschaftsbehörde im Umwelt- und Verbraucherschutzamt abgestimmt. Zuständig für das Projekt war die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln.

Der Petershof ist eine von 18 Stationen des Kulturpfad Müngersdorf.

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