Ortsgestaltung | Ehemaliges RTL-Gelände

Neue Perspektiven für das ehemalige RTL-Gelände

Hochhausplanung endlich vom Tisch

 

Text Hildegard Jahn-Schnelle
Karte: Stadt Köln

 

Beitrag aus BlickPunkt 20

Zuletzt war es ruhig geworden um die städtischen Neuplanungen für das ehemalige RTL-Gelände. Da kam Anfang dieses Jahres die Nachricht völlig überraschend, ein Investor, übrigens der gleiche wie beim ehemaligen DEG-Gelände, habe das 38.000 Quadratmeter große Gelände an der Aachener Straße erworben und wolle dort in erster Linie Wohnungen gehobenen Standards errichten. Ein neuer Bebauungsplan sei dazu nicht erforderlich, das Gebiet werde auf der Grundlage des bestehenden Bebauungsplanes entwickelt.
Damit war die heftig kritisierte, weil überdimensionierte städtische Planung wohl endgültig vom Tisch. Die sah für diesen Standort ein riesiges Büro- und Dienstleistungszentrum mit bis zu 80.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und 7- bis 14-geschossigen Gebäuden vor. Die Bürger hatten diese überdimensionierte Planung vor Jahren rundherum abgelehnt und in heftigen Protesten ihre Entrüstung zum Ausdruck gebracht.


Bestehendes Baurecht moderater
Nun also soll nach dem bestehenden Baurecht  aus dem Jahre 1982, das von wesentlich moderateren Eckpunkten ausgeht, gebaut werden: In dem als Mischgebiet ausgewiesenen Areal dürfen danach die Gebäude höchstens fünf Geschosse haben. Als Maß der baulichen Nutzung  ist eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 1,1 vorgegeben, was einer realisierbaren Bruttogeschossfläche von rund 42.000 Quadratmetern entspricht.


Gedämpfte Freude
Die überraschende Wende  wurde von den Bürgern im Kölner Westen mit großer Erleichterung aufgenommen. Dennoch: Aufatmen und beruhigt zurücklehnen können wir uns aber leider nicht. Denn die Angelegenheit hat einen Haken, der der positiven Stimmung einen spürbaren Dämpfer verpasst: Der Investor möchte nämlich bei seinem Projekt „Wohnen am Klostergarten“ von den im Bebauungsplan vorgegebenen Werten in wesentlichen Punkten abweichen und hat die Stadt Köln bereits um entsprechende Befreiungen gebeten.
So soll u.a. die vorgeschriebene GFZ von 1,1 auf 1,2 heraufgesetzt werden, was einer Erhöhung der Bruttogeschossfläche auf rund 46.000 Quadratmeter entspräche, die Baugrenze in Richtung Klostergarten zulas-ten der nicht mehr benötigten Privatstraße verschoben und die vorhandenen Gewerbeflächen nördlich der erworbenen Grundstücke bei der Berechnung des vorgegebenen Mischungsverhältnisses von Wohnen und Gewerbe berücksichtigt werden.
Gemäß Vortrag des Baudezernenten Bernd Streitberger in der Bezirksvertretung ist davon auszugehen, dass die Stadt Köln diesen Wünschen weitgehend entgegenkommen wird. Nur die beantragte Errichtung von Staffelgeschossen oberhalb der fünfgeschossigen Bebauung soll im planungsrechtlichen Vorbescheid nicht genehmigt werden.
Eine vom Bürgerverein gemeinsam mit den Bürgerinteressen-Gemeinschaften Junkersdorf und Weiden vorgetragene Bitte  blieb wirkungslos. Bei der Vorstellung des vom Investor ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs für das Gelände an der Aachener Straße durften die Bürger nicht anwesend sein, auch nicht die Bezirksvertretung Lindenthal. Eingeladen war allein die  Bezirksbürgermeisterin.
Der Bürgerverein ist über diesen Umgang mit uns Bürgern verärgert und in hohem Maße verwundert: Stadtplanung ohne Bürgerbeteiligung – so zumindest hatten wir geglaubt, das war doch gestern. Offensichtlich ist der Weg zu offeneren Planungsprozessen noch weit, auch wenn es in Köln Anzeichen für ein Umdenken gibt.  Wir stellen uns dieser Herausforderung. Positive  Beispiele, die es inzwischen ja sogar in Köln gibt, machen Mut.


Beitrag: Platz für neue Wohnungen | BP 22

Bürgerverein Köln-Müngersdorf e.V.
Kirchenhof 4
50933 Köln

 

T 0221 - 49 56 16

Unser Magazin erscheint zweimal jährlich. Alle Ausgaben hier>

Mitglied werden?

"Jeder Müngersdorfer sollte Mitglied im Bürgerverein sein!"

Weitere Infos hier. Wir freuen uns über Ihr Interesse.

Wege zu Geschichte und Kultur unseres Stadtteils

Wir stellen Ihnen 74 ausgewählte Stationen vor und führen Sie auf drei Wegen durch Müngersdorf hier>