Umwelt + Grünes

Neue Rodungen auf Parkplatz 1

Nicht genehmigte „Rückschnitte“ erfordern Wiedergutmachung

 

Text: Roland Schüler

Fotos: Ute Prang

BlickPunkt 24

Die Rodungen haben die naturnahe Wirkung des Parkplatzes zerstört.

Für nicht genehmigte Rückschnitte auf dem Parkplatz 1 (P1) nordöstlich des neuen Militärrings ist nach Maßgabe der Abteilungsleitung der Unteren Landschaftsbehörde der Stadt Köln ein doppelter Ausgleich notwendig.
Was in diesem Falle als Rückschnitt bezeichnet wurde, war tatsächlich Rodung. Denn nicht nur das Gebüsch wurde drastisch beschnitten, auch kleine Bäume mussten weichen. Aufmerksamen Bürgern war aufgefallen, dass genau im Bereich der Neubauten der Firma Dornieden auf dem Sidolgelände der grüne Saum des P1 massiv freigeschnitten wurde.  Dadurch entstand freie Sicht für die neuen teuren Wohnungen.


Illegale Rückschnitte
Es handelt sich hier jedoch um einen geschützten Landschaftsschutzbereich, der zu einem wertvollen Biotopverbund gehört. Der Bürgerverein Müngersdorf hat sich seit Jahren für dieses grüne Herz Müngersdorfs eingesetzt. Schon zur Fußballweltmeisterschaft 2006 wollte die Sportstätten GmbH die Grünfläche massiv verändern. Doch Bürgerverein und Bezirksvertretung konnten dies verhindern. Der Stadionparkplatz ist hier in der Grünfläche ohnehin nur geduldet.
Diesmal war es eben die Firma Dornieden, die sich mit der Kölner Sportstätten GmbH ins Benehmen setzte und angab, „Totholz“ entfernen zu wollen. So die Aussage der Mitarbeiter von Dornieden. Doch selbst Totholz in Landschaftsschutzgebieten darf nicht entfernt werden, weil es für viele Tiere ein gemütlicher Ort ist. Wie dem auch sei: Das Entfernen des Totholzes, das Beschneiden oder Baumfällen, all dies ist ohne Genehmigung illegal. Daraus resultiert die Strafe des doppelten Ausgleichs.


Wiederherstellung erforderlich
Auch muss der grüne Saum von P1 wieder hergestellt werden. Dazu gab es einen Ortstermin mit Vertretern der Unteren Landschaftsbehörde, Fachgutachtern und dem Bürgerverein Köln-Müngersdorf. Es wurde festgehalten, das Gelände nicht kurzfristig wieder aufzuforsten, da die Vegetationsperiode gerade begonnen hatte. Stark beschnittene Pflanzen wie der Holunder können eigene Kraft entwickeln und in kurzer Zeit ein gewisses Wachstum erreichen. Dem soll durch menschliches Eingreifen nicht weiter geschadet werden. Im August wird bei einem Ortstermin begutachtet, ob sich die Annahme erfüllt hat und welche Maßnahmen zur Wiederbegrünung noch notwendig sind.
Dann soll auch über die Ausgleichsmaßnahme gesprochen werden. So könnten zehn Bäume neu gepflanzt werden, um einen Kronenschluss als weiteren „Biotopverbinder“ zu ermöglichen. Im unteren Bereich könnten weitere Sträucher gepflanzt werden. Geben wir der Natur die Chance, sich von der illegalen Maßnahme zu erholen.


Wegeverbindung ohne Fällungen
Vor Ort hat der Bürgerverein bekräftigt, dass es eine Wegeverbindung von P1 zum neuen Sidolgebiet geben soll, damit die Anwohner auf kurzem Weg nach Müngersdorf gelangen können. Der soll aber so angelegt sein, dass kein weiterer Baum gefällt werden muss. In den Plänen war der kleine Weg so eingezeichnet, dass er genau auf einen Baum zielte. So wird heute geplant.
   

Bürgerverein Köln-Müngersdorf e.V.
Kirchenhof 4
50933 Köln

 

T 0221 - 49 56 16

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